Verfasst von: chiliconcharme | 7. Juni 2009

Dust Devils und Staubteufel

Ein Wetterphänomen, das häufig im Sommer auftritt ist der so genannte Dust Devil, oder auch Staub- oder Sandteufel genannt. Diese meist schwachen, kleinräumigen Wirbelwinde entstehen bevorzugt während der Mittagshitze, über trockenen Feldern bei wolkenlosem Himmel. Wenn sie stark genug sind um Blätter, Staub und Sand aufzuwirbeln werden sie sichtbar.

Zwischen ein paar Sekunden bis zu einigen Minuten können kleinere Dust Devils wirbeln, große und starke hingegen schaffen es über eine Stunde lang aktiv zu sein. Während kleinere Exemplare eine Höhe von etwa 2 bis 20 Meter erreichen, packen die großen Höhen von mehreren hundert Meter bis zu einem Kilometer.

Was bedeutet es für Gleitschirmflieger

Für Gleitschirmflieger können kleinere Exemplare schon zu einem Problem werden. Wer nicht schnell genug ist sich in seinen Schirm zu werfen, befindet sich, eher er es sich versieht, augenblicklich in der Luft wieder. Das kann zu erheblichen Verletzungen führen, denn kontrollierbar ist in dem Moment nichts mehr. Das Video demonstriert das gut:

Welche Arten von Dust Devils gibt es

Dust Devils variieren auch Form und Breite: Manche sind nur wenige Zentimeter bis zu einem Meter breit, andere können Dimensionen von 20 bis 100 Metern Breite erreichen. Aus diesem Grund können auch die Wirbelgeschwindigkeiten sehr unterschiedlich sein. Die meisten von ihnen liegen zwischen 10 bis 40 km/h, gefährlich starke Dust Devils können aber 100-150 km/h erreichen, wobei sogar 200 km/h theoretisch denkbar sind. Auch Zugbahn und -geschwindigkeit variieren stark und können sich schnell verändern. Einige wirbeln fast stationär, während andere 70-100 Stundenkilometer schnell ziehen.

Ein besonders großes Exemplar wurde 2006 auf dem Burning Man gesichtet:

Wie entstehen Dust Devils

Bei der Entstehung von Dust Devils werden zwei Kriterien unterschieden: Die Entstehung durch die Dynamik und die durch Thermik.

Bei der dynamischen Entstehung lösen Windrotoren meinst kleineres und kurzlebige Wirbel auf, wobei hier auch Termik oft eine Rolle mit spielt. Die thermische Entstehung eines Dust Devils beruht auf einer labil geschichteten Luftmasse, einer sogenannten Trockenkonvention. Innerhalb dieser Luftmasse wird eine vertikale Temeraturdifferens benötigt, die größer als die trockenadiabatische Temperaturdifferenz ist.

Wo treten Dust Devils auf

Bevorzugt treten sie in Wüsten auf, wo es Nachts teils deutliche Temperaturabsenkungen gibt. Gesehen wurden sie aber schon überall, sogar auf dem Mars gibt es sie. Vormittags liegt am Boden eine relativ kühle Luftmasse, die sich im Laufe des Nachmittags hin erwärmt. Durch den hohen Sonnenstand wird die Erdoberfläche rasch aufgezeizt, so dass die Lufttemperatur am Boden schneller und höher ansteigen kann als in der Luftschicht darüber.

Weitere Informationen zu Dust Devils:

  • Wikipedia Dust Devils (englisch)
  • Wikipedia: Kleintrombe (deutsch)
  • Dust Devils in Deutschland
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