Verfasst von: chiliconcharme | 12. Juli 2010

Der Tod ist immer ungerecht

Es gibt Tage beim Gleitschirmfliegen, da bewahrheitet sich die Angst. Die Angst jemand lieben zu verlieren. Und das passiert. Leider zu oft. Und es ist jedes mal eine Ohnmacht, aus dessen Albtraum man nie aufwacht – wenn jemand verunglückt.

So auch gestern. Einmal nicht aufgepasst, einmal nicht gecheckt, ob das Gurtzeug geschlossen ist. Minutenlang hing er am Schirm, bis er über dem See die Kraft verlor und sich fallen lies. Leider zu hoch. Ein wenig später und er hätte es vermutlich überlebt. Er war gerade mal 19 geworden.

Wenn so etwas passiert blickt man zurück zu der Zeit, als man sich das letzte Mal sah. Es war bei mir die Woche an meinem Geburtstag, wo wir Urlaub machten, an dem Ort, an dem er lebte. Damals konnte er uns nur in Krücken beim Fliegen zusehen, danach gingen wir alle Pizza essen. Es war ein schöner Abend. Wie hätte man ahnen können, dass man sich nicht mehr sehen wird. Aber das kann man wohl nie.

Der Tod reißt mehr als nur ein Leben aus dem Kreis der Lebendigen. Gar die Vergangenheit wünscht man sich aus seinen Gedanken, denn jeder einzelne davon tut weh. Und doch sagt der Verstand: „Sei froh, diesen munteren und lieben Kerl kennengelernt zu haben!“. Und im nächsten Moment schreit das Herz: „Warum dann gerade er!?“. Die Antwort auf die Frage wird das Leben einem immer schuldig bleiben. Es ist wie es ist: Oft herrlich. Manchmal gefährlich. Aber der Tod ist immer ungerecht.

Ich denke an Dich. RIP F.

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